RSS-Feed

Schlagwort-Archive: Paris

Buchkritik: Jennifer Donnelly „Das Blut der Lilie“

Veröffentlicht am

Jennifer Donnelly ist die Autorin von „Die Teerose“ und „Die Winterrose“.

In der „Teerose“ bin ich versunken. Das Buch war so schön! Die Handlungsstränge waren dicht, die Charaktere wurden über eine lange Zeitspanne ihres Lebens verfolgt und verknüpft, die Schauplätze waren toll skizziert. Es war ein wahnsinnig toller Schmöker.

Somit war meine Erwartung an Jennifer Donnellys neues Buch dementsprechend hoch. Und ich kann gleich verraten: es blieb sehr hinter den Erwartungen!

Das Buch verquickt zwei parallele Handlungsstränge.

Es beginnt in der Jetztzeit in New York. Ein Mädchen verliert auf tragische Weise ihren kleinen Bruder und gibt sich selbst die Schuld daran. Die Familie zersplittert über der Trauer. Der Vater zieht sich immer mehr in seine Arbeit zurück, die Mutter verliert sich in ihrer Malerei und Andi, die Protagonistin, versucht ihre Depression mit Medikamenten zu bekämpfen.

Ihre große Leidenschaft jedoch ist die Musik. Hier findet sie Trost, und sie wird im Laufe des Buches noch eine große Rolle spielen.

Diesen ersten Teil des Buches fand ich recht eindringlich und dramatisch und noch spannend zu lesen.

Bei einem Aufenthalt in Paris schließlich findet Andi ein Tagebuch. Die Ich-Erzählerin dieses zweihundert Jahre alten Buches wird zum Alter Ego von Andi.Sie erzählt ihre Geschichte aus der Zeit der französischen Revolution, auch sie verliert hier einen geliebten kleinen Jungen.

Die Erzählungen im Tagebuch sind nach meinem Empfinden etwas wirr. Es wird in Zeiten gesprungen, die Charaktere sind nicht eindeutig und ich wusste beim Lesen eigentlich nie so recht, was die Geschichte mit jetzt gerade sagen will.

Zum Ende hin werden wir noch auf eine diffuse Zeitreise mitgenommen, die das Buch in meinen Augen etwas lächerlich erscheinen lässt.

Das Buch ist als historischer Roman kategorisiert, es liest sich jedoch eher wie ein Jugendroman. Als solchen könnte man es auch durchaus empfehlen. Im Gefühlsleben und -chaos der Andi findet man sich als Jugendlicher sicher gut wieder.

Doch wer einen historischen Roman im Sinne der „Teerose“ erwartet, kann nur enttäuscht werden.

Pia L.-B. (37)

%d Bloggern gefällt das: